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Amazon-Listings für mehrere Länder: lokalisieren statt nur übersetzen

Ein gutes deutsches Listing ist die beste Grundlage für Europa. Damit es in Frankreich oder Italien genauso verkauft, braucht es mehr als eine Übersetzung.

Ilyas KücükerIlyas KücükerVeröffentlicht: 9 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit einem europäischen Verkäuferkonto verkaufst du über mehrere Amazon-Marktplätze; das Werkzeug „Build International Listings“ legt Angebote in weiteren Ländern an.
  • Amazons maschinelle Übersetzung ist ein Start, aber laut Amazon riskierst du falsche Keywords und schwer lesbare Texte – Keywords je Land neu recherchieren.
  • Auch Text in Bildern und A+ Modulen muss in die Landessprache, dazu Maße, Einheiten und Schreibweisen.
  • Wer in einem EU-Land Ware lagert oder verkauft, muss sich dort unter Umständen für die Umsatzsteuer registrieren.
  • Für Deutschland und Frankreich verlangt Amazon die EPR-Registrierungsnummern, etwa die LUCID-Nummer für Verpackungen.

Wer auf amazon.de gut verkauft, denkt irgendwann an Frankreich, Italien oder Spanien. Die Produkte sind dieselben, das Konto auch – trotzdem scheitern viele Listings im Ausland, weil sie nur übersetzt, aber nicht für das Land gemacht sind.

Dieser Ratgeber zeigt, was bei der Ausweitung auf weitere Amazon-Marktplätze zählt: Texte und Keywords, Bilder und A+ Content, Versand, Steuern und Pflichtregister.

Ein Konto, mehrere Marktplätze

Mit einem europäischen Verkäuferkonto verwaltest du mehrere Amazon-Marktplätze aus einem Seller Central. Das Werkzeug „Build International Listings“ legt Angebote aus einem Herkunftsmarktplatz in weiteren Ländern an, kann Preise abgleichen und übersetzt neue Listings in vielen Fällen automatisch.

Österreich braucht dabei keinen eigenen Schritt: Es gibt kein eigenes amazon.at, Käufer in Österreich bestellen über amazon.de. Ein gutes deutsches Listing deckt Österreich also mit ab.

Übersetzen reicht nicht: was lokalisiert werden muss

Amazon weist selbst darauf hin, dass schlecht übersetzte Listings Käufer nicht erreichen: falsche Keywords, die im Land nicht gesucht werden, schwer lesbare Texte, fehlende regionale Ausdrücke. Amazon empfiehlt, lokale Suchbegriffe zu recherchieren und auch Text in Bildern und Videos zu übertragen.

Was je Land angepasst werden muss
BereichWorauf es ankommt
KeywordsIm Zielland neu recherchieren – Käufer suchen dort mit anderen Wörtern
Titel und Bullet PointsIn der Landessprache, mit den lokalen Suchbegriffen
Backend-SuchbegriffeNeu für jedes Land, nicht übersetzt
Bilder und A+ ModuleText in Galerie und A+ in der Landessprache neu setzen
Maße und EinheitenSchreibweisen, Größenangaben, Dezimalzeichen des Landes
Rechtliche AngabenPflichtangaben und Warnhinweise je Land prüfen
Quelle: Amazon, „How to translate product listings for Amazon Global Selling“.

Nur übersetzt

Wort für Wort

  • Deutsche Keywords wörtlich übertragen
  • Bilder und A+ bleiben auf Deutsch
  • Maße und Schreibweisen unverändert

Lokalisiert

fürs Land gemacht

  • Suchbegriffe im Land neu recherchiert
  • Text in Bildern und A+ in der Landessprache
  • Einheiten und Formulierungen angepasst

Versand, Steuern und Pflichtregister

Mit „Versand durch Amazon“ kannst du aus deutschen Lagern in andere Länder liefern oder über Pan-European FBA deine Ware von Amazon auf mehrere EU-Länder verteilen lassen. Je nach Variante entstehen andere Pflichten.

Steuern und Register vorher klären

  • Wer in einem EU-Land Ware lagert oder an Kunden dort verkauft, muss sich unter Umständen für die Umsatzsteuer registrieren (laut Amazon).
  • Für Deutschland und Frankreich verlangt Amazon EPR-Registrierungsnummern – für Verpackungen in Deutschland die LUCID-Nummer.
  • Ohne Nachweis muss Amazon nicht konforme Angebote in den betroffenen Kategorien sperren.
  • Diese Punkte ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung – bitte mit Steuerberatung abstimmen.

In fünf Schritten in ein neues Land

  1. 1

    Land auswählen

    Mit einem Markt beginnen, in dem dein Produkt gesucht wird und der Versand einfach ist.

  2. 2

    Pflichten klären

    Umsatzsteuer, Verpackungs- und Elektroregister, Pflichtangaben auf dem Produkt.

  3. 3

    Listing lokalisieren

    Keywords recherchieren, Texte übersetzen und prüfen, Bilder und A+ neu setzen.

  4. 4

    Angebot anlegen

    Über Build International Listings oder direkt im Zielmarktplatz.

  5. 5

    Beobachten

    Suchbegriffe, Rezensionen und Rückfragen im Zielland auswerten und nachschärfen.

Dein Listing für weitere Marktplätze

Wir recherchieren die Keywords im Zielland neu, übersetzen Titel, Bullet Points und Beschreibung und setzen Galerie und A+ in der Landessprache – 290 € je Land und Produkt.

  • Keywords im Land recherchiert
  • Texte übersetzt und geprüft
  • Bilder und A+ neu gesetzt
Amazon-Leistungen ansehen

FAQ

Häufige Fragen

Wie verkaufe ich auf Amazon in mehreren EU-Ländern?

Mit einem europäischen Verkäuferkonto verwaltest du mehrere Marktplätze aus einem Seller Central. Angebote für weitere Länder legst du über das Werkzeug „Build International Listings“ oder direkt im Zielmarktplatz an.

Reicht Amazons automatische Übersetzung?

Als Start ja, für gute Verkäufe meist nicht. Amazon selbst warnt vor falschen Keywords und schwer lesbaren Texten. Suchbegriffe sollten im Zielland neu recherchiert und Texte geprüft werden.

Brauche ich für Österreich ein eigenes Listing?

Nein. Es gibt kein eigenes amazon.at; Käufer in Österreich bestellen über amazon.de.

Was ist die LUCID-Nummer?

Die Registrierungsnummer im deutschen Verpackungsregister. Amazon verlangt sie als Nachweis der erweiterten Herstellerverantwortung für Verpackungen, wenn du in Deutschland verkaufst.

Quellen

Belege & weiterführende Quellen

  1. 1How to translate product listings for Amazon Global SellingAmazon (Sell on Amazon) · Build International Listings, Grenzen maschineller Übersetzung, lokale Keywords, Text in Bildern
  2. 2Expand to EuropeAmazon (Sell on Amazon) · Pan-European FBA, Umsatzsteuer-Registrierung bei Lagerung oder Verkauf
  3. 3Einhaltung der erweiterten HerstellerverantwortungAmazon.de · EPR-Nummern für Deutschland und Frankreich, LUCID für Verpackungen

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Ilyas Kücüker

Über den Autor

Ilyas Kücüker

Gründer & Geschäftsführer

Gründer von milestudio. Über zehn Jahre Erfahrung in Design, digitalen Produkten und E-Commerce – mit Fokus auf Shopify-Shops, die nicht nur gut aussehen, sondern verlässlich verkaufen.

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