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Was ist Amazon A+ Content? Module, Voraussetzungen und Beispiele

Unter dem Kaufbereich entscheidet sich, ob ein Käufer versteht, warum dein Produkt das richtige ist. A+ Content ist die Fläche dafür – mit festen Regeln.

Ilyas KücükerIlyas KücükerVeröffentlicht: 9 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • A+ Content ist der gestaltete Bereich unter dem Kaufbereich: Module aus Bild und Text statt einer reinen Textbeschreibung.
  • Voraussetzung sind ein Professional-Verkäuferkonto und eine Marke in der Amazon Brand Registry.
  • Basic A+ erlaubt bis zu 5 Module je Produkt, Premium A+ bis zu 7 – mit größeren Flächen, Video und Karussell.
  • Amazon selbst nennt bis zu 8 % mehr Umsatz mit Basic und bis zu 20 % mit Premium A+.
  • Preise, Aktionen, Garantien, Links und „Bestseller“-Aussagen sind verboten – daran scheitern die meisten Freigaben.

Wer auf einer Amazon-Produktseite nach unten scrollt, landet bei vielen Marken nicht in einer Textwüste, sondern in einem gestalteten Bereich mit großen Bildern, Vergleichstabellen und kurzen Texten. Das ist A+ Content – früher auch „Enhanced Brand Content“ (EBC) genannt.

Dieser Ratgeber erklärt, was A+ Content genau ist, wer ihn nutzen darf, welche Module es gibt, was Amazon verbietet und wie du vom Entwurf bis zur Freigabe kommst.

A+ Content in einem Satz

A+ Content ist die erweiterte Produktbeschreibung auf Amazon: Statt eines Fließtexts setzt du die Beschreibung aus fertigen Modulen zusammen – Bild mit Text, Bildreihen, Vergleichstabelle, Markenlogo. Er erscheint unterhalb des Kaufbereichs, also dort, wo sich Käufer informieren, nachdem Bilder, Titel und Bullet Points ihr Interesse geweckt haben.

Seine Aufgabe ist nicht, gefunden zu werden, sondern zu überzeugen: Er beantwortet die Fragen, die zwischen „klingt interessant“ und „in den Einkaufswagen“ stehen – Material, Anwendung, Unterschiede zwischen deinen Varianten, die Marke dahinter.

5

Module je Produkt mit Basic A+

Amazon

7

Module je Produkt mit Premium A+

Amazon

bis 8 %

mehr Umsatz mit Basic A+ (Amazons Angabe)

Amazon

bis 20 %

mehr Umsatz mit Premium A+ (Amazons Angabe)

Amazon

Wie du die Umsatz-Angaben lesen solltest

Die 8 bzw. 20 % sind Amazons eigene Obergrenzen („bis zu“) für gut umgesetzte Inhalte – kein Durchschnitt und keine Zusage für dein Produkt. Sie zeigen aber, dass Amazon den Bereich als Verkaufsfläche versteht, nicht als Dekoration.

Wer A+ Content nutzen darf

A+ Content ist an die Marke gebunden, nicht an das einzelne Angebot. Deshalb kann ihn nicht jeder Händler anlegen, der ein Produkt verkauft, sondern nur, wer für die Marke bei Amazon eingetragen ist.

Voraussetzungen für A+ Content (Verkäufer über Seller Central)
VoraussetzungWas das heißt
Professional-VerkäuferkontoDas kostenpflichtige Verkaufskonto, nicht der Einzelverkäufer-Tarif.
Marke in der Amazon Brand RegistryDie Marke ist eingetragen oder angemeldet – als Wortmarke oder als Bildmarke mit Buchstaben oder Zahlen.
Rolle für die MarkeDu bist im Konto als Markeninhaber bzw. Markenvertreter für diese Marke hinterlegt.
Quelle: Amazon, A+ Content Design Guide und Brand-Registry-Anforderungen. Die Brand Registry selbst ist kostenlos. Hersteller, die über Vendor Central an Amazon liefern, legen A+ Content dort an.

Noch keine eingetragene Marke?

Amazon nimmt auch angemeldete Marken auf, deren Eintragung noch läuft. Ohne Markenanmeldung gibt es aber keinen Weg zu A+ Content – dann bleiben dir Titel, Bullet Points, Beschreibung und die Bildgalerie.

Basic A+ und Premium A+: der Unterschied

Es gibt zwei Stufen. Basic A+ steht allen offen, die die Voraussetzungen erfüllen. Premium A+ schaltet Amazon für Marken frei, die bestimmte Kriterien erfüllen – ob deine Marke berechtigt ist, siehst du im A+-Bereich deines Kontos.

Basic A+

für alle Markeninhaber

  • Bis zu 5 Module je Produkt
  • Feste Vorlagen: Bild mit Text, Bildreihen, Vergleichstabelle, Logo
  • Kopfbild in voller Breite (970 × 600 px)
  • Amazon nennt bis zu 8 % mehr Umsatz

Premium A+

nach Freischaltung durch Amazon

  • Bis zu 7 Module je Produkt
  • Größere Flächen (bis 1.464 px breit, eigenes Handy-Bild)
  • Video, Karussell und interaktive Module
  • Amazon nennt bis zu 20 % mehr Umsatz

Die Module – und wofür du sie einsetzt

Ein Modul ist ein Baustein mit festem Raster: Du lädst Bilder in vorgegebener Größe hoch und füllst die Textfelder. Welche Module du wählst, hängt davon ab, welche Frage der Käufer an dieser Stelle hat. Die genauen Bildmaße zeigt der A+-Manager beim Hochladen für jedes Modul an.

Typische A+-Module und ihre Aufgabe
ModulBeantwortet die Frage
Kopfbild in voller BreiteWas ist das, und warum ist es besonders?
Bild mit Text nebeneinanderWie funktioniert es, woraus besteht es?
Drei oder vier Bilder mit TextWelche Vorteile habe ich?
Vergleichstabelle (nur eigene Produkte)Welche Variante passt zu mir?
MarkenlogoWer steckt dahinter?
Bildmaße: Kopfbild Basic 970 × 600 px, breite Premium-Module 1.464 × 600 px am Desktop plus 600 × 450 px fürs Handy (Jungle Scout, A+ Content Guide). Bilder höchstens 2 MB (Amazon).

Erst die Fragen, dann die Module

Sammle die fünf häufigsten Fragen aus Kundenrezensionen und den Fragen unter deinem Produkt. Jedes Modul beantwortet eine davon. So entsteht kein Prospekt, sondern ein Gespräch mit dem Käufer.

Was im A+ Content verboten ist

Jeder A+ Content wird von Amazon geprüft, bevor er live geht. Die meisten Ablehnungen haben dieselben Gründe – und lassen sich vor dem Hochladen vermeiden.

Diese Inhalte lehnt Amazon ab

  • Aussagen wie „Bestseller“ oder „top bewertet“
  • Garantie- und Gewährleistungsversprechen
  • Preise, Rabatte, Aktionen und Versandinformationen
  • QR-Codes, Links, Verweise auf andere Websites und Kontaktdaten
  • Niedrig aufgelöste oder animierte Bilder
  • Vergleiche mit Produkten anderer Marken
Keine Preis-, Aktions- oder Versandangaben, keine QR-Codes, Links, Verweise auf andere Webseiten oder Kontaktdaten.
Amazon, A+ Content Design Guide (sinngemäß übersetzt)

Achtung bei Gesundheitsaussagen

Bei Nahrungsergänzung, Kosmetik und Zahnpflege gelten zusätzlich die gesetzlichen Regeln für Werbeaussagen. Was auf der Verpackung nicht stehen darf, gehört auch nicht in den A+ Content.

Worauf es in der Praxis ankommt

A+ Content wirkt auf die Kaufentscheidung, nicht in erster Linie auf die Auffindbarkeit. Amazon sagt nicht verbindlich, dass Texte im A+ Content für die Suche gewertet werden. Suchbegriffe gehören deshalb weiter in Titel, Bullet Points und die Backend-Suchbegriffe – A+ ergänzt sie, er ersetzt sie nicht.

Viele Käufer sehen deinen A+ Content zuerst auf dem Handy. Dort stehen die Module untereinander, und Schrift, die im Bild am Desktop gut lesbar ist, wird schnell zu klein. Plane jede Bildfläche so, dass sie auch in Handybreite funktioniert, und prüfe nach der Freigabe beide Ansichten.

Pflege für jedes Bild die Bild-Schlüsselwörter (Alt-Text) im A+-Manager. Sie beschreiben das Bild für Screenreader und geben Amazon zusätzlichen Kontext.

A+ Content, der bremst

wirkt wie ein Katalog

  • Wiederholt nur die Bullet Points als Bild
  • Viel kleiner Text im Bild, am Handy unlesbar
  • Jedes Modul in anderem Stil
  • Keine Antwort auf „Welche Variante brauche ich?“

A+ Content, der verkauft

führt zur Entscheidung

  • Jedes Modul beantwortet eine Käuferfrage
  • Große Bilder, kurze Texte, am Handy geprüft
  • Eine Bildsprache mit Galerie und Marke
  • Vergleichstabelle für die eigenen Varianten

In sieben Schritten zum A+ Content

  1. 1

    Marke eintragen

    Marke anmelden und in der Amazon Brand Registry aufnehmen lassen.

  2. 2

    Fragen sammeln

    Häufige Fragen aus Rezensionen, Kundenfragen und Retourengründen zusammentragen.

  3. 3

    Module planen

    Für jede Frage ein Modul wählen, Reihenfolge vom Nutzen zu den Details.

  4. 4

    Bilder und Texte erstellen

    In den Maßen des jeweiligen Moduls, Schrift groß genug fürs Handy.

  5. 5

    Hochladen und zuweisen

    Im A+-Manager anlegen, Alt-Texte pflegen und die ASINs zuweisen.

  6. 6

    Prüfung abwarten

    Amazon prüft den Inhalt vor der Veröffentlichung – plane dafür Puffer ein.

  7. 7

    Live kontrollieren

    Nach der Freigabe Desktop- und Handy-Ansicht auf der echten Produktseite prüfen.

A+ Content, der Fragen beantwortet

Wir gestalten und texten deine A+ Module für Desktop und Handy, halten die Amazon-Richtlinien ein und zeigen dir alles vor dem Upload.

  • Module nach Käuferfragen geplant
  • Desktop und Handy geprüft
  • Richtlinien eingehalten
A+ Content anfragen

FAQ

Häufige Fragen

Kostet A+ Content Gebühren bei Amazon?

Amazon nennt als Voraussetzung das kostenpflichtige Professional-Verkäuferkonto; die Brand Registry ist kostenlos. Kosten entstehen vor allem für die Erstellung der Bilder und Texte – selbst gemacht oder über eine Agentur.

Brauche ich eine Marke für A+ Content?

Ja. A+ Content können nur Verkäufer anlegen, die für eine Marke in der Amazon Brand Registry eingetragen sind. Amazon akzeptiert eingetragene Marken und solche, deren Anmeldung noch läuft – als Wortmarke oder als Bildmarke mit Buchstaben oder Zahlen.

Wie viele Module darf ich verwenden?

Mit Basic A+ bis zu fünf Module je Produkt, mit Premium A+ bis zu sieben. Mehr Module sind nicht automatisch besser: Jedes sollte eine konkrete Frage des Käufers beantworten.

Hilft A+ Content beim Ranking in der Amazon-Suche?

Amazon gibt dazu keine verbindliche Auskunft. Verlass dich nicht darauf: Suchbegriffe gehören in Titel, Bullet Points und die Backend-Suchbegriffe. A+ Content wirkt vor allem auf die Kaufentscheidung, nachdem dein Produkt gefunden wurde.

Warum wurde mein A+ Content abgelehnt?

Häufige Gründe sind verbotene Inhalte wie Preise, Aktionen, Garantieversprechen, „Bestseller“-Aussagen, Links, Kontaktdaten oder Vergleiche mit fremden Marken, außerdem unscharfe Bilder. Prüfe die Begründung im A+-Manager, passe genau diese Stelle an und reiche den Inhalt erneut ein.

Quellen

Belege & weiterführende Quellen

  1. 1Amazon A+ Content Design GuideAmazon (Sell on Amazon) · Voraussetzungen, 5 bzw. 7 Module, bis zu 8 % / 20 % mehr Umsatz, verbotene Inhalte, Bilder bis 2 MB
  2. 2Requirements and tips for enrolling a brand in Amazon Brand RegistryAmazon (Sell on Amazon) · Marke eingetragen oder angemeldet, Wort- oder Bildmarke, Programm kostenlos
  3. 3How to Create Amazon A+ ContentJungle Scout · Bildmaße der Module (970 × 600 px, Premium 1.464 × 600 px)

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Ilyas Kücüker

Über den Autor

Ilyas Kücüker

Gründer & Geschäftsführer

Gründer von milestudio. Über zehn Jahre Erfahrung in Design, digitalen Produkten und E-Commerce – mit Fokus auf Shopify-Shops, die nicht nur gut aussehen, sondern verlässlich verkaufen.

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