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10 Onlineshops geprüft: Was wir gefunden haben

Im August 2026 haben wir zehn Onlineshops nach dem Shop Readiness Score geprüft. Die größten Lücken lagen nicht im Design, sondern in den Daten, die Google und KI-Assistenten lesen.

Ilyas KücükerIlyas KücükerVeröffentlicht: 8 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Von acht prüfbaren Produktseiten hatte keine vollständige Produktdaten für Google und KI – zwei hatten gar keine.
  • Eine GTIN stand nur bei einem von acht Shops in den Produktdaten.
  • Drei Shops schadeten sich mit Bewertungen: ungültiger Wert, eine Zwei-Sterne-Bewertung aktiv gemeldet, eine Zahl ohne sichtbare Bewertungen.
  • Vier von zehn Shops hatten keine brauchbare Sitemap.
  • Kein Shop sperrte KI-Crawler – der Zugang ist also nicht das Problem, sondern was die Crawler vorfinden.

Wenn ein Shop zu wenig verkauft, wird meist zuerst über Design, Preise oder Werbung gesprochen. Wir wollten wissen, was sich messen lässt: Wie gut erklärt ein Shop seine Produkte, wie viel Vertrauen schafft er, und wie gut können Google und KI-Assistenten ihn lesen?

Dazu haben wir im August 2026 zehn Onlineshops geprüft – nach den fünf Kategorien des Shop Readiness Score. Hier steht, was wir gefunden haben, mit allen Zahlen und mit den Grenzen der Stichprobe. Die Shops bleiben anonym.

Die Auswertung in Zahlen

10

Shops geprüft

August 2026

0 von 8

mit vollständigen Produktdaten

für Google und KI

4 von 10

ohne brauchbare Sitemap

3 fehlten, 1 war leer

0 von 10

sperrten KI-Crawler

GPTBot, ClaudeBot u. a.

So haben wir geprüft

Geprüft wurden zehn Shops aus Nahrungsergänzung, Zahn- und Mundpflege, Naturkosmetik, Sportnahrung und Genussmitteln. Vier laufen auf Shopify, je einer auf Shopware, Magento, Gambio und plentymarkets, zwei auf einem eigenen System. Ein Mensch hat jeden Shop ausgewertet, gestützt auf Messungen im Browser und im Quelltext von Startseite und einer Produktseite.

Bewertet wurde nach den fünf Kategorien des Shop Readiness Score: Produktverständnis, Kaufargumente, Vertrauen, Technik & Tempo und Auffindbarkeit. Wie die Punkte entstehen, steht auf der Methodik-Seite.

Die Grenzen dieser Stichprobe

  • Zehn Shops sind eine kleine Stichprobe und keine Statistik.
  • Nur ein Check war vollständig. Bei sieben Shops ließen sich einzelne Punkte nicht prüfen (z. B. Warenkorb, Verhalten auf dem Handy), zwei Checks haben wir abgebrochen.
  • Die Ladezeit ist einmalig und ungedrosselt gemessen – ein Richtwert, kein Laborwert.
  • Rechtstexte wurden nur auf Vorhandensein geprüft, nicht juristisch.

Das Ergebnis je Shop

Die Scores reichen von 45 bis 82 von 100 Punkten. Einen Durchschnitt nennen wir bewusst nicht: Teil-Checks werden nur über die prüfbaren Punkte gerechnet und sind deshalb nicht direkt vergleichbar.

Shop Readiness Score je Shop (Runde August 2026)
ShopScoreBrancheShopsystemPrüfung
A82NahrungsergänzungShopifyTeil-Check
B77SportnahrungShopifyTeil-Check
C74NahrungsergänzungMagentoTeil-Check
D70GenussmittelShopifyvollständig
E67ZahnpflegeShopwareTeil-Check
F59ZahnpflegeShopifyTeil-Check
G59Naturkosmetik (Handel)eigenes Systemabgebrochen
H55Kosmetik-Rohstoffeeigenes SystemTeil-Check
I52Mundpflege (Handel)GambioTeil-Check
J45Naturkosmetik (Handel)plentymarketsabgebrochen
Score-Fassung v0.1. Teil-Check: Score aus den prüfbaren Punkten. Abgebrochen: Produktseiten waren im ausgelieferten HTML nicht erreichbar, der Score beruht nur auf Startseite und Technik.

Befund 1: Produktdaten für Google und KI fehlen oder sind fehlerhaft

Produktdaten im Quelltext (strukturierte Daten nach Schema.org) sagen Google und KI-Assistenten, was ein Produkt ist, was es kostet, ob es lieferbar ist und welche Kennung es hat. Ohne sie ist eine Produktseite für Maschinen nur Text.

Bei acht Shops konnten wir eine Produktseite prüfen. Zwei hatten gar keine Produktauszeichnung – einer davon hatte den Zugang für KI-Crawler sogar ausdrücklich vorbereitet und lieferte dann keine lesbaren Produktdaten. Die übrigen sechs hatten eine, aber keine war vollständig:

  • Eine GTIN (in Europa meist die EAN) stand nur bei einem von acht Shops in den Produktdaten – genau die Kennung, über die Google Shopping und KI-Systeme Produkte zuordnen und vergleichen.
  • Bei einem Shop fehlten in der Auszeichnung Preis, Verfügbarkeit und Artikelnummer; als Marke war die Domain eingetragen statt des Markennamens.
  • Zwei Shops hatten in den Produktdaten nur eine Beschreibung von 90 beziehungsweise 96 Zeichen – bei erklärungsbedürftigen Produkten.
  • Ein Shop zeigte 42 Bilder auf der Produktseite, meldete in den Produktdaten aber nur eines.

Warum das der wichtigste Befund ist

Kein einziger Shop hatte seine Produktdaten vollständig – und kaum ein Befund lässt sich so zuverlässig messen und beheben. Am Shopsystem lag es nicht: Die Lücken fanden sich auf Shopify genauso wie auf den anderen Systemen.

Befund 2: Bewertungen schaden, wenn sie falsch ausgezeichnet sind

Bewertungen sind eines der stärksten Vertrauenssignale – wenn sie stimmen. Drei Shops hatten damit ein Problem, das sich mit wenig Aufwand beheben lässt:

  • Ein Shop meldete Google einen Bewertungswert von 91. Ohne Angabe der Skala geht Google von höchstens 5 aus – die Sterne fallen in der Trefferliste dann aus, obwohl echte Bewertungen dahinterstehen.
  • Ein Shop meldete aktiv eine einzelne Zwei-Sterne-Bewertung. In der Trefferliste stehen damit zwei von fünf Sternen – Weglassen wäre besser gewesen.
  • Ein Shop zeigte neben dem Produkttitel eine Zahl in Klammern, aber keine einzige sichtbare Bewertung. Eine Zahl ohne Beleg kostet mehr Vertrauen, als sie bringt.

Befund 3: Was Suchmaschinen und KI nicht finden

Eine Seite, die nicht gefunden wird, kann nicht verkaufen. Bei der Auffindbarkeit fielen zwei Muster auf:

  • Vier von zehn Shops hatten keine brauchbare Sitemap: Bei drei fehlte sie, bei einem antwortete sie fehlerfrei, enthielt aber keine einzige Adresse. Eine leere Sitemap ist tückisch, weil sie in jedem Prüfwerkzeug grün aussieht.
  • Bei drei Shops waren die Produktseiten im ausgelieferten HTML nicht verlinkt – die Produktlisten entstanden erst per JavaScript im Browser oder nur über die Suche. Crawler und KI-Assistenten sehen das Sortiment dann schlechter oder gar nicht.
  • Zwei Shops gaben in der Trefferliste kein Verkaufsversprechen ab: Einer hatte auf der Startseite nur den Domainnamen als Titel und keine Beschreibung, der andere setzte auf der Produktseite den Shopnamen vor das Produkt und hatte keine Beschreibung.

Befund 4: Ruhige Seiten gegen springende Seiten

Wenn Bilder ohne Größenangabe nachladen, springt das Layout – auf dem Handy rutscht dann der Knopf weg, den der Käufer gerade tippen wollte. Ob Bilder Maße haben, lässt sich mit einem Blick in den Quelltext messen, und das Ergebnis streute extrem:

Bilder mit Größenangabe auf der Produktseite
GruppeShopsAnteil der Bilder mit Maßen
Vorbildlich4100 % (z. B. 44 von 44, 42 von 42)
Teilweise173 % (22 von 30)
Fast keine30 bis 7 % (z. B. 0 von 63, 3 von 46)
Acht Shops mit prüfbarer Produktseite.

Was weitere Messungen zeigten

  • Die Startseite war nach 0,8 bis 4,2 Sekunden geladen (einmalig, ungedrosselt). Ein Shop lud auf der Startseite 4,9 MB Bilder in alten Formaten und ließ sich schon am Desktop seitlich verschieben.
  • Die Produktseiten hatten zwischen 524 und 2.570 Wörter. Die beiden am besten bewerteten Shops lagen bei rund 1.500 und 1.700 Wörtern – entscheidend war aber, ob der Text die Fragen vor dem Kauf beantwortet.
  • Ein Shop zeigte 19 Bild-Platzhalter mit ihrem Briefing-Text sichtbar auf Start- und Produktseite – der teuerste Fund der Runde, obwohl er technisch der einfachste ist.
  • Ein Shop zeigte nur zwei Bilder pro Produkt, bei einem Lebensmittel ohne Anwendungs-, Größen- oder Detailbild.
  • Der stärkste Shop hatte Versand, Lieferzeit, Bewertungen, Zahlarten, Mehrwertsteuer-Hinweis, Grundpreis und Varianten alle direkt an der Produktseite.

Was nicht trennt

Zwei Dinge, über die viel gesprochen wird, haben in dieser Runde keinen Unterschied gemacht:

  • Kein einziger Shop sperrte KI-Crawler wie GPTBot, ClaudeBot, PerplexityBot oder Google-Extended. Der Zugang ist also kaum das Problem – sondern was die Crawler auf der Seite vorfinden.
  • Alle zehn Shops hatten Impressum, Datenschutz und Widerrufsbelehrung gefüllt. Bei zwei fanden wir allerdings keinen Link zu den AGB.

Was du in deinem Shop selbst prüfen kannst

  1. 1

    Produktdaten testen

    Eine Produktseite in den Test für Rich-Suchergebnisse von Google geben: Werden Produkt, Preis, Verfügbarkeit und GTIN erkannt?

  2. 2

    Bewertungen prüfen

    Stimmen die gemeldeten Sterne mit den sichtbaren Bewertungen überein – und gibt es überhaupt sichtbare Bewertungen?

  3. 3

    Sitemap öffnen

    deinshop.de/sitemap.xml im Browser aufrufen: Stehen dort deine Produktseiten?

  4. 4

    Trefferliste ansehen

    Nach deinem Shop und einem Produkt googeln: Steht dort ein Versprechen oder nur der Domainname?

  5. 5

    Auf dem Handy laden

    Die Produktseite auf dem Handy öffnen und beobachten, ob beim Laden etwas springt.

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FAQ

Häufige Fragen

Wie groß ist die Stichprobe?

Zehn Onlineshops, geprüft im August 2026. Ein Check war vollständig, sieben waren Teil-Checks, zwei wurden abgebrochen. Das reicht, um Muster zu zeigen, aber nicht für eine Statistik.

Werden die geprüften Shops genannt?

Nein. Die Auswertung ist anonym; genannt werden nur Branche und Shopsystem.

Was war der häufigste Fehler?

Unvollständige oder fehlende Produktdaten für Google und KI: Keine der acht prüfbaren Produktseiten hatte sie vollständig, und eine GTIN stand nur bei einem von acht Shops in den Daten.

Quellen

Belege & weiterführende Quellen

  1. 1Shop Readiness Score – Methodik und Shop-Checksmilestudio · Eigene Messung: zehn Shop-Checks im August 2026, anonymisiert
  2. 2Strukturierte Daten für Produkt-SnippetsGoogle Search Central · Produkt, Preis, Verfügbarkeit, Kennungen
  3. 3Strukturierte Daten für Rezensions-SnippetsGoogle Search Central · Bewertungsskala: ohne Angabe gilt 5 als Höchstwert
  4. 4Sitemaps – ÜbersichtGoogle Search Central
  5. 5Optimize Cumulative Layout Shiftweb.dev · Bilder ohne Größenangabe als Ursache für Layoutsprünge

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Ilyas Kücüker

Über den Autor

Ilyas Kücüker

Gründer & Geschäftsführer

Gründer von milestudio. Über zehn Jahre Erfahrung in Design, digitalen Produkten und E-Commerce – mit Fokus auf Shopify-Shops, die nicht nur gut aussehen, sondern verlässlich verkaufen.

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