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Lexikon

Wiederkaufrate

Repeat Purchase Rate

Die Wiederkaufrate ist der Anteil der Kunden, die mehr als einmal kaufen – eine zentrale Kennzahl für Kundenbindung und nachhaltiges Wachstum.

Zuletzt aktualisiert:

Was ist die Wiederkaufrate?

Die Wiederkaufrate zeigt, wie gut es gelingt, aus Erstkäufern wiederkehrende Kunden zu machen. Ein hoher Wert spricht für zufriedene Kunden und ein starkes Angebot – und macht Wachstum wirtschaftlicher, weil Wiederkäufe günstiger sind als ständig neue Kunden.

Sie hängt eng mit Kundenbindung und Customer Lifetime Value zusammen: Wer die Wiederkaufrate steigert, erhöht meist auch den Wert jedes Kunden über die Zeit.

Auf einen Blick

  • Wiederkaufrate = Kunden mit mehr als einem Kauf ÷ alle Kunden × 100.
  • Misst Kundenbindung – einer der größten Hebel für den CLV.
  • Wiederkäufe sind deutlich günstiger als ständig neue Neukunden.
  • Was „gut“ ist, hängt vom Produkt ab – Verbrauchsgüter liegen höher als langlebige.

Wie wird die Wiederkaufrate berechnet?

Die Formel: Anzahl der Kunden mit mehr als einem Kauf geteilt durch die Gesamtzahl der Kunden, mal 100. Beispiel: 200 wiederkehrende Kunden von 1.000 ergeben eine Wiederkaufrate von 20 %.

Sinnvoll ist ein fester Betrachtungszeitraum (z. B. pro Jahr) – sonst sind die Werte nicht vergleichbar. Auch eine Aufschlüsselung nach Kohorten zeigt, ob neuere Kunden treuer werden.

Warum sind Wiederkäufer so wertvoll?

Ein Erstkäufer ist erst der Anfang – das eigentliche Geschäft entsteht oft beim zweiten, dritten und vierten Kauf. Der Vergleich zeigt, warum sich Bindung lohnt:

Erstkäufer

frisch gewonnen

  • Hat Gewinnungskosten (CAC) verursacht.
  • Vertrauen muss erst noch aufgebaut werden.
  • Wert beschränkt sich zunächst auf einen Kauf.

Wiederkäufer

gebundener Kunde

  • Keine erneuten Gewinnungskosten nötig.
  • Kauft oft schneller und mit höherem Vertrauen.
  • Treibt den CLV und macht Umsatz planbarer.

Rechenbeispiel: Was bringen mehr Wiederkäufe?

Schon wenige Prozentpunkte mehr Wiederkaufrate erzeugen zusätzliche Käufe – ohne einen einzigen Neukunden. Dieses Beispiel nutzt angenommene Zahlen:

Hebelwirkung einer höheren Wiederkaufrate

Angenommen, du hast 1.000 Kunden im Jahr bei einem Ø-Warenkorb von 60 €.

Heute: Wiederkaufrate 20 %
200 Wiederkäufer
Ziel: Wiederkaufrate 25 %
250 Wiederkäufer
Zusätzliche Wiederkäufe
+50
Mehr-Umsatz (×60 €)
+3.000 €
Mehr-Umsatz pro Jahr+3.000 €

Angenommene Beispielzahlen zur Veranschaulichung – keine garantierten Ergebnisse. Über mehrere Folgekäufe je Kunde summiert sich der Effekt deutlich stärker.

Wie erhöhe ich die Wiederkaufrate?

Wiederkäufe entstehen aus einem guten ersten Erlebnis und passenden Anlässen, erneut zu kaufen. Diese Hebel wirken am stärksten:

  • Exzellenter Service und ein rundes Kauferlebnis.
  • Relevante Ansprache per Newsletter und Personalisierung.
  • Abo-Modelle für regelmäßigen Bedarf.
  • Treuevorteile und passende Folgeangebote.
  • Konstante Produkt- und Lieferqualität.

Wie hängen Wiederkaufrate und CLV zusammen?

Die Wiederkaufrate ist einer der direktesten Hebel auf den Customer Lifetime Value: Mehr Käufe pro Kunde erhöhen seinen Gesamtwert – und damit den Spielraum, den du für die Kundengewinnung hast.

Zusammenhang nutzen

  • Im CLV-Eintrag findest du einen interaktiven Rechner, der Käufe pro Jahr und Beziehungsdauer einbezieht.
  • Wiederkaufrate und Ø-Warenkorb (AOV) zusammen sind die zwei größten CLV-Hebel.
  • Eine höhere Wiederkaufrate entspannt automatisch das Verhältnis von CLV zu CAC.
  • Mit dem eigenen Verlauf vergleichen, nicht mit fremden Branchen.

Welche Fehler verzerren die Wiederkaufrate?

Diese Punkte verzerren das Bild

  • Ohne festen Zeitraum messen – dann sind die Werte nicht vergleichbar.
  • Nur Neukunden im Blick haben und Bestandskunden vernachlässigen.
  • Eine niedrige Rate bei langlebigen Produkten als Problem werten.
  • Die Rate isoliert lesen, ohne CLV und Kundenbindung daneben.

FAQ

Häufige Fragen zu Wiederkaufrate

Wie berechnet man die Wiederkaufrate?

Wiederkaufrate = Anzahl der Kunden mit mehr als einem Kauf ÷ Gesamtzahl der Kunden, mal 100. Bei 200 wiederkehrenden Kunden von 1.000 ergibt das eine Wiederkaufrate von 20 %.

Was ist eine gute Wiederkaufrate?

Das hängt stark von Produkt und Branche ab: Bei Verbrauchsgütern ist sie naturgemäß höher als bei langlebigen Anschaffungen. Aussagekräftig ist vor allem die eigene Entwicklung über die Zeit – steigt sie, wirkt deine Kundenbindung.

Warum ist die Wiederkaufrate wichtig?

Weil Wiederkäufe deutlich günstiger sind als Neukundengewinnung und den Customer Lifetime Value erhöhen. Eine hohe Wiederkaufrate macht das Geschäft profitabler und planbarer.

Wie hängt die Wiederkaufrate mit dem CLV zusammen?

Sehr direkt: Je häufiger ein Kunde wiederkauft, desto höher ist sein Customer Lifetime Value. Eine steigende Wiederkaufrate erhöht damit den Wert jedes Kunden über die Zeit – und verbessert das Verhältnis von CLV zu den Gewinnungskosten (CAC).

Wie hoch ist die durchschnittliche Wiederkaufrate im E-Commerce?

Grob 25–30 % – Shopify-Shops liegen im Schnitt bei rund 27 %, branchenübergreifend werden etwa 28 % genannt. Die Spanne ist riesig: Verbrauchsgüter wie Lebensmittel oder Tierbedarf liegen oft über 40 %, langlebige Güter wie Möbel oder Luxus unter 15 %. Ein fremder Benchmark taugt daher nur grob – aussagekräftig ist dein eigener Trend. Ein wirksamer Hebel: personalisierte Nachkauf-Kommunikation steigert die Zweitkauf-Rate um bis zu rund 45 %.

Wie viel Umsatz bringen Wiederkäufer wirklich?

Überproportional viel: Auswertungen wie der RJMetrics E-Commerce Buyer Behavior Report zeigen, dass die treuesten rund 10 % der Kunden pro Bestellung etwa 3× so viel ausgeben wie der Rest und über die Beziehung rund 6× so wertvoll sind. Je nach Shop stammt ein großer Teil des Umsatzes von einer kleinen Wiederkäufer-Minderheit – teils rund 40 % des Umsatzes von nur etwa 8 % der Kunden. Gründe: kein erneuter CAC, mehr Vertrauen und Warenkörbe, die mit der Beziehungsdauer weiter steigen.

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