Wechsel zu Shopify: Ablauf, Kosten und SEO-Umzug ohne Ranking-Verlust
Ein Shop-Umzug ist planbar, wenn die Reihenfolge stimmt: Daten, Design, Weiterleitungen, Test – und erst dann die Domain.
Das Wichtigste in Kürze
- Produkte, Kunden, abgeschlossene Bestellungen, Gutscheine, Blogartikel und Seiten lassen sich zu Shopify übertragen.
- Kundenpasswörter lassen sich nicht übernehmen – Kunden bekommen eine Einladung oder melden sich mit einem Einmalcode an.
- Shopify nutzt feste URL-Muster wie /products/ und /collections/ – alte URLs brauchen deshalb Weiterleitungen.
- Weiterleitungen importierst du per CSV, bis zu 100.000 je Shop; sie greifen nur für URLs, die es nicht mehr gibt.
- Die Domain wird zuletzt umgestellt – nach Testbestellungen und geprüften Weiterleitungen.
Viele Händler wechseln zu Shopify, weil Wartung, Updates und Sicherheit des alten Systems zu viel Zeit kosten oder weil der Shop technisch nicht mehr mithält. Die größte Sorge dabei: Gehen Daten verloren, und bricht der Google-Traffic ein?
Beides lässt sich vermeiden. Dieser Ratgeber zeigt, welche Daten mitkommen, wie der SEO-Umzug funktioniert, in welcher Reihenfolge du vorgehst und mit welchen Kosten du rechnen solltest.
Lohnt sich der Wechsel?
Ein Wechsel ist ein Projekt mit Aufwand – er lohnt sich, wenn das alte System dich dauerhaft bremst, nicht wegen eines einzelnen Problems. Diese Gegenüberstellung hilft bei der Einordnung:
Gute Gründe für den Wechsel
das System bremst
- Updates, Plugins und Sicherheit kosten laufend Zeit
- Der Shop ist langsam und schwer zu ändern
- Hosting und Wartung hängen an einer Person
- Neue Kanäle (z. B. Marktplätze, Social) sind mühsam anzubinden
Gründe, erst zu optimieren
das System trägt
- Die Technik läuft stabil und ist aktuell
- Das Problem ist die Conversion, nicht die Plattform
- Wichtige Sonderfunktionen hängen am alten System
- Gerade läuft eine umsatzstarke Saison
Was zu Shopify mitkommt – und was nicht
Shopify nennt in seinem Migrationsleitfaden, welche Daten übertragen werden können. Wichtig ist die Reihenfolge: erst Produkte, dann Kunden, dann historische Bestellungen – sonst fehlen den Bestellungen die Bezüge.
| Daten | Was du wissen musst |
|---|---|
| Produkte mit Varianten und Bildern | Übertragbar – danach Struktur, Kollektionen und Bilder prüfen |
| Kunden | Übertragbar, aber ohne Passwörter |
| Historische Bestellungen | Bereits erfüllte Bestellungen sind übertragbar |
| Gutscheine und Guthaben | Übertragbar |
| Blogartikel und Seiten | Übertragbar – Texte und Bilder danach kontrollieren |
| Bewertungen | Hängt von der Bewertungs-App ab, meist per Export und Import |
| URLs | Ändern sich – alte Adressen brauchen Weiterleitungen |
Kundenkonten und Passwörter
Passwörter sind im alten Shop verschlüsselt gespeichert und lassen sich nicht zu Shopify übertragen. Nach dem Import lädst du deine Kunden deshalb ein, ein neues Passwort festzulegen – Shopify verschickt dafür auf Wunsch eine Kontoeinladung an alle importierten Kunden.
Nutzt dein Shop die neuen Kundenkonten von Shopify, entfällt das Problem weitgehend: Kunden melden sich dort ohne Passwort an, mit einem einmaligen Code, den sie per E-Mail bekommen.
Da Passwörter außerhalb von Shopify verschlüsselt sind, kannst du Kundenpasswörter aus einem anderen Onlineshop nicht per CSV übernehmen.
Der SEO-Umzug: so bleiben deine Rankings erhalten
Shopify gibt die Struktur der Adressen vor: Produkte liegen unter /products/, Kategorien unter /collections/, Seiten unter /pages/ und Blogartikel unter /blogs/. Fast jede Adresse deines alten Shops ändert sich also. Ohne Weiterleitung landen Besucher und Google auf einer Fehlerseite – und die Rankings dieser Seiten gehen verloren.
Die Lösung sind dauerhafte Weiterleitungen von jeder alten auf die passende neue Adresse. Shopify erlaubt bis zu 100.000 Weiterleitungen je Shop (Shopify Plus: 20 Millionen), die du gesammelt per CSV-Datei importierst. Wichtig: Eine Weiterleitung greift nur, wenn die alte Adresse im neuen Shop nicht existiert.
- 1
Alte Adressen sammeln
Aus der Sitemap des alten Shops, der Google Search Console und einem Crawl – inklusive Kategorien, Bilder-Seiten und Blog.
- 2
Zuordnen
Jede alte Adresse bekommt ihr inhaltliches Gegenstück im neuen Shop – nicht pauschal die Startseite.
- 3
Titel und Beschreibungen übernehmen
Seitentitel und Meta-Beschreibungen, die gut ranken, mitnehmen statt neu erfinden.
- 4
CSV importieren
Weiterleitungen in Shopify unter Inhalte › Menüs › URL-Weiterleitungen importieren.
- 5
Testen
Vor dem Domainwechsel Stichproben prüfen, danach alle alten Adressen automatisch durchlaufen lassen.
- 6
Beobachten
Neue Sitemap in der Search Console einreichen und 404-Fehler in den ersten Wochen eng verfolgen.
Die häufigsten SEO-Fehler beim Umzug
- Alle alten Adressen auf die Startseite weiterleiten
- Weiterleitungsketten (alt → Zwischenadresse → neu)
- Gut rankende Texte beim Umzug gekürzt oder ersetzt
- Bild-Adressen und Blogartikel vergessen
- Domain umgestellt, bevor die Weiterleitungen stehen
Der Ablauf in zehn Schritten
Die Reihenfolge orientiert sich am Migrationsleitfaden von Shopify. Der wichtigste Grundsatz: Der alte Shop läuft weiter, bis der neue vollständig getestet ist.
- 1
Bestandsaufnahme
Produkte, Daten, Apps, Sonderfunktionen und alle URLs des alten Shops erfassen.
- 2
Shopify-Shop anlegen
Passenden Tarif wählen und den neuen Shop parallel aufsetzen.
- 3
Daten importieren
Produkte, dann Kunden, dann historische Bestellungen.
- 4
Produkte prüfen
Varianten, Bilder, Kollektionen und Metafelder kontrollieren und ordnen.
- 5
Design umsetzen
Theme einrichten oder gestalten, Produktseiten und Navigation aufbauen.
- 6
Versand, Steuern, Zahlung
Versandzonen, Steuern und Zahlungsanbieter einrichten, Rechtstexte einbinden.
- 7
Weiterleitungen vorbereiten
Zuordnung alt → neu erstellen und als CSV importieren.
- 8
Testbestellungen
Kompletten Kaufweg mit allen Zahlarten testen, auch am Handy.
- 9
Domain umstellen
Erst jetzt die Domain auf Shopify verbinden – die bisherige Domain bleibt erhalten.
- 10
Nachkontrolle
Search Console, 404-Fehler, Bestellungen und Rankings in den ersten Wochen eng beobachten.
Mit welchen Kosten du rechnen solltest
Die Kosten eines Wechsels setzen sich aus laufenden Shopify-Gebühren und dem einmaligen Aufwand für den Umzug zusammen. Wie hoch Letzterer ausfällt, hängt vor allem von der Zahl der Produkte, Sonderfunktionen und dem Design ab.
| Baustein | Einordnung |
|---|---|
| Shopify-Tarif | Basic 27 € im Monat bei jährlicher Zahlung (monatlich 36 €), Grow 79 € (monatlich 105 €) |
| Gebühren je Zahlung | Mit Shopify Payments z. B. 2,1 % + 0,30 € je Kartenzahlung im Basic-Tarif |
| Theme | Kostenlose Themes oder ein einmalig gekauftes Theme |
| Apps | Je nach Funktion kostenlos oder mit monatlicher Gebühr |
| Umzug und Gestaltung | Einmalig – abhängig von Produktzahl, Design und Sonderfunktionen |
Umzug zu Shopify – ohne Datenverlust und Ranking-Einbruch
Wir planen den Wechsel mit dir, übertragen Produkte und Kunden, richten die Weiterleitungen ein und stellen die Domain erst um, wenn alles getestet ist.
- Daten und Weiterleitungen aus einer Hand
- Alter Shop läuft bis zum Schluss weiter
- Nachkontrolle nach dem Go-live
FAQ
Häufige Fragen
Verliere ich beim Wechsel zu Shopify meine Google-Rankings?
Nicht, wenn jede alte Adresse dauerhaft auf ihr passendes Gegenstück im neuen Shop weitergeleitet wird und gut rankende Inhalte erhalten bleiben. Kurzfristige Schwankungen sind nach einem Umzug normal. Die größten Verluste entstehen durch fehlende Weiterleitungen oder Weiterleitungen auf die Startseite.
Kann ich die Passwörter meiner Kunden übernehmen?
Nein. Passwörter sind im alten Shop verschlüsselt und lassen sich laut Shopify nicht übertragen. Du kannst importierten Kunden eine Kontoeinladung schicken. Mit den neuen Kundenkonten von Shopify melden sich Kunden ohnehin per Einmalcode an, ohne Passwort.
Kann ich meine Domain behalten?
Ja. Du verbindest deine bestehende Domain mit dem Shopify-Shop. Das geschieht am Ende des Umzugs, wenn der neue Shop getestet ist und die Weiterleitungen stehen.
Was passiert mit meinen alten Bestellungen?
Bereits erfüllte Bestellungen lassen sich als historische Bestellungen zu Shopify übertragen – nach den Produkten und den Kunden, damit die Bezüge stimmen. Offene Bestellungen schließt du am besten noch im alten System ab.
Wie lange dauert ein Wechsel zu Shopify?
Das hängt von der Zahl der Produkte, dem Design und Sonderfunktionen ab. Ein überschaubarer Shop ist meist in einigen Wochen umgezogen. Weil der alte Shop bis zum Schluss weiterläuft, entsteht dabei keine Verkaufspause.
Quellen
Belege & weiterführende Quellen
- 1Migrating to Shopify (Migrationsleitfaden)Shopify Hilfe-Center · Übertragbare Daten, Reihenfolge Produkte → Kunden → Bestellungen, unterstützte Plattformen, Ablauf
- 2URL-WeiterleitungenShopify Hilfe-Center · CSV-Import, nur für nicht existierende Adressen, bis 100.000 (Plus: 20 Mio.)
- 3Importing and exporting customersShopify Hilfe-Center · Passwörter nicht übertragbar, Kontoeinladung nach dem Import
- 4Shopify-PreiseShopify · Tarife und Zahlungsgebühren, Stand Oktober 2026
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Über den Autor
Ilyas Kücüker
Gründer & Geschäftsführer
Gründer von milestudio. Über zehn Jahre Erfahrung in Design, digitalen Produkten und E-Commerce – mit Fokus auf Shopify-Shops, die nicht nur gut aussehen, sondern verlässlich verkaufen.
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