Zum Inhalt springen

Lexikon

Retargeting

Remarketing

Retargeting ist Werbung, die gezielt Personen erneut anspricht, die deinen Shop bereits besucht, aber noch nicht gekauft haben.

Zuletzt aktualisiert:

Was ist Retargeting?

Die meisten Besucher kaufen nicht beim ersten Kontakt – sie vergleichen, werden abgelenkt oder verschieben die Entscheidung. Retargeting bringt genau diese Personen zurück, indem es ihnen nach dem Besuch passende Anzeigen ausspielt, etwa für Produkte, die sie sich angesehen haben.

Weil Retargeting warme Kontakte mit bestehender Kaufabsicht anspricht, ist es meist deutlich effizienter als reine Neukundenwerbung. Entscheidend sind Maß und Relevanz, damit die Werbung hilfreich statt aufdringlich wirkt.

Auf einen Blick

  • Retargeting spricht frühere Besucher erneut an, die noch nicht gekauft haben.
  • Es wirkt auf warme Kontakte – meist günstiger pro Kauf als Neukundenwerbung.
  • Dynamisches Retargeting zeigt genau die zuvor angesehenen Produkte.
  • Pflicht in Deutschland: Tracking erst nach Einwilligung über den Cookie-Banner.

Wie funktioniert Retargeting?

Technisch steckt dahinter ein einfacher Kreislauf vom Besuch bis zur erneuten Ansprache:

  1. 1

    Besuch ohne Kauf

    Ein Interessent kommt in den Shop, sieht sich Produkte an, kauft aber (noch) nicht.

  2. 2

    Markierung nach Einwilligung

    Nach Zustimmung im Consent-Banner wird der Besuch über ein Tracking-Signal (Pixel/Tag) einer Zielgruppe zugeordnet.

  3. 3

    Anzeige auf anderen Plattformen

    Auf Social Media, anderen Websites oder in der Google-Suche sieht die Person passende Anzeigen.

  4. 4

    Rückkehr in den Shop

    Die Anzeige erinnert an die Produkte oder gibt einen Anreiz (z. B. gute Bewertungen, Versandvorteil) – der Klick führt zurück.

  5. 5

    Abschluss & Ausschluss

    Nach dem Kauf wird die Person aus der Kampagne ausgeschlossen, damit kein Budget auf bereits gewonnene Kunden verpufft.

Welche Arten von Retargeting gibt es?

Nicht jedes Retargeting ist gleich – je nach Signal und Plattform unterscheidet man vor allem diese Formen:

Standard-Retargeting

alle Besucher

  • Spielt Besuchern allgemeine Shop- oder Angebotsanzeigen aus.
  • Einfach aufzusetzen, gut für Rückkehr und Bekanntheit.
  • Weniger individuell als die dynamische Variante.

Dynamisches Retargeting

konkrete Produkte

  • Zeigt genau die angesehenen oder in den Warenkorb gelegten Produkte.
  • Höchste Relevanz – meist die stärkste Variante im Shop.
  • Braucht einen Produktkatalog/Feed.

Such- & Social-Retargeting

kanalabhängig

  • Display-/Such-Netzwerk (Google) oder Social (Meta, TikTok, Pinterest).
  • Erreicht dieselbe Person über verschiedene Plattformen.
  • Die Kombination erhöht die Wahrscheinlichkeit der Rückkehr.

Wo wird Retargeting ausgespielt?

PlattformTypische FormateStärke
Meta (Instagram/Facebook)Feed, Stories, ReelsDynamische Produktanzeigen, große Reichweite
Google Display/YouTubeBanner, VideoWiederansprache über Millionen Websites
Google Such-Netzwerk (RLSA)SuchanzeigenFrühere Besucher bei erneuter Suche abholen
TikTok/PinterestVideo, PinsVisuelle Produkte, jüngere Zielgruppen
RLSA = Retargeting Lists for Search Ads. Welche Plattform passt, hängt von Zielgruppe und Produkt ab.

Rechnet sich Retargeting?

Meist ja – weil warme Kontakte günstiger zum Abschluss kommen als kalte Neukunden. Ob sich eine Kampagne trägt, zeigt der ROAS (Umsatz je Werbe-Euro) im Verhältnis zu deiner Marge.

Wirtschaftlichkeit prüfen

Rechne Retargeting wie jede Performance-Kampagne über den ROAS. Den passenden Break-even für deine Marge kannst du im Eintrag „ROAS“ mit dem interaktiven Rechner durchspielen.

Was gilt beim Retargeting datenschutzrechtlich in Deutschland?

Erst Einwilligung, dann Tracking

Retargeting-Pixel dürfen in Deutschland erst nach aktiver Einwilligung laden (TTDSG/DSGVO). Nötig sind ein Consent-Banner mit echter Wahl, ein Hinweis in der Datenschutzerklärung und ein maßvoller Einsatz. Ohne Zustimmung wird kein Marketing-Cookie gesetzt.

Häufige Fehler beim Retargeting

Das macht Retargeting aufdringlich statt hilfreich

  • Keine Frequenzbegrenzung – dieselbe Anzeige verfolgt Nutzer zu oft.
  • Käufer nicht ausschließen – Budget verpufft auf bereits gewonnene Kunden.
  • Immer dasselbe Motiv – nach Tagen stumpft die Anzeige ab (Banner-Blindheit).
  • Tracking ohne Einwilligung – rechtliches Risiko und Vertrauensverlust.

FAQ

Häufige Fragen zu Retargeting

Was ist der Unterschied zwischen Retargeting und Remarketing?

Die Begriffe werden meist synonym verwendet. Tendenziell meint Retargeting das erneute Ausspielen von Anzeigen an frühere Besucher, während Remarketing manchmal breiter auch das erneute Ansprechen per E-Mail umfasst. In der Praxis ist der Unterschied gering.

Was ist dynamisches Retargeting?

Beim dynamischen Retargeting werden genau die Produkte als Anzeige ausgespielt, die eine Person angesehen oder in den Warenkorb gelegt hat. Grundlage ist ein Produktkatalog/Feed. Diese Variante ist meist am wirksamsten, weil sie maximal relevant ist.

Ist Retargeting datenschutzkonform?

Es kann es sein – vorausgesetzt, du holst die nötige Einwilligung über ein Consent-Banner ein und setzt das Tracking erst nach Zustimmung. Wichtig sind Transparenz in der Datenschutzerklärung und ein maßvoller Einsatz mit begrenzter Häufigkeit.

Wie lange sollte das Retargeting-Fenster sein?

Das hängt von der typischen Kaufentscheidung ab: Bei günstigen Impulskäufen reichen oft wenige Tage, bei teureren oder erklärungsbedürftigen Produkten sind längere Fenster sinnvoll. Wichtig ist, die Häufigkeit zu begrenzen und Käufer auszuschließen.

Lohnt sich Retargeting?

Häufig ja, weil es warme Kontakte mit bestehender Kaufabsicht anspricht – das ist meist günstiger als Neukunden zu gewinnen. Entscheidend sind Relevanz und eine begrenzte Häufigkeit, damit die Werbung hilfreich und nicht aufdringlich wirkt.

Warum sehe ich Anzeigen für Produkte, die ich schon gekauft habe?

Das ist meist ein Einrichtungsfehler: Wer bereits gekauft hat, sollte aus der Retargeting-Zielgruppe ausgeschlossen werden. Fehlt dieser Ausschluss oder ist das Kauf-Tracking lückenhaft, läuft die Kampagne weiter gegen Bestandskäufer – das nervt die Kunden und verbrennt Budget. Sauber aufgesetztes Retargeting schließt Käufer automatisch aus und begrenzt zusätzlich die Anzeigenhäufigkeit.

Funktioniert Retargeting ohne Third-Party-Cookies noch?

Ja, aber anders. Klassische Drittanbieter-Cookies fallen weg, deshalb stützt sich Retargeting zunehmend auf eigene (First-Party-)Daten und serverseitiges Tracking – etwa die Conversions-API bei Meta oder Enhanced Conversions bei Google, die Daten direkt vom Server senden. Grundlage bleibt in Deutschland die Einwilligung über den Consent-Banner. Wer früh auf einwilligungsbasiertes, serverseitiges Tracking setzt, hält seine Retargeting-Zielgruppen verlässlich.

Feedback

War dieser Eintrag hilfreich?

Noch Fragen zu deinem Shop? Wir schauen im Erstgespräch konkret drauf.

Kostenloses Erstgespräch

Noch Fragen zu deinem Shop?

Wir erklären Fachbegriffe nicht nur – wir setzen sie um. In einem kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam auf deinen Shop.