Lexikon
ROI
Return on Investment
Der ROI (Return on Investment) misst, wie profitabel eine Investition ist – das Verhältnis von erzieltem Gewinn zu den eingesetzten Kosten.
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Was ist der ROI?
Der ROI beantwortet die wichtigste Frage jeder Investition: Hat es sich gelohnt? Er setzt den Gewinn ins Verhältnis zu den Kosten und macht so unterschiedliche Maßnahmen – etwa Werbung, eine Shop-Optimierung oder ein neues Produkt – vergleichbar. Ein Beispiel: Bringt eine Maßnahme 2.000 € Gewinn bei 1.000 € Einsatz, liegt der ROI bei 100 % – die Investition hat sich verdoppelt.
Anders als der ROAS, der nur Umsatz und Werbeausgaben betrachtet, bezieht der ROI den tatsächlichen Gewinn und alle Kosten ein. Er ist damit die umfassendere, betriebswirtschaftliche Kennzahl.
Auf einen Blick
- ROI = (Gewinn − Investitionskosten) ÷ Investitionskosten, meist in Prozent.
- Macht Investitionen vergleichbar – Werbung, Shop-Umbau oder neues Produkt.
- Ein positiver ROI bedeutet: Die Investition bringt mehr ein, als sie kostet.
- Für einzelne Werbekampagnen ist der ROAS die engere Kennzahl.
Warum zählt der ROI?
Der ROI lenkt das Budget dorthin, wo es am meisten bringt. Statt nach Bauchgefühl zu entscheiden, welche Maßnahme fortgeführt wird, zeigt er schwarz auf weiß, welcher Euro sich am stärksten verzinst – und macht Marketing, Technik und Sortiment auf einer gemeinsamen Skala vergleichbar.
Das schafft Planungssicherheit: Maßnahmen mit hohem ROI werden ausgebaut, schwache hinterfragt. So wächst der Shop kontrolliert statt nach Zufall.
ROI, ROAS oder ROMI – wo liegt der Unterschied?
Drei ähnliche Kennzahlen werden oft verwechselt. Der Unterschied liegt darin, was im Zähler steht – Umsatz oder Gewinn – und welche Kosten einbezogen werden:
| Kennzahl | Misst | Formel | Wann nutzen |
|---|---|---|---|
| ROI | Gewinn ÷ alle Kosten | (Gewinn − Kosten) ÷ Kosten | Gesamtbewertung einer Investition |
| ROAS | Umsatz ÷ Werbekosten | Umsatz ÷ Werbekosten | Einzelne Werbekampagne steuern |
| ROMI | Marketing-Gewinn ÷ Marketingkosten | (Marketing-Gewinn − Kosten) ÷ Kosten | Wirtschaftlichkeit des Marketings |
Wie berechnest du den ROI Schritt für Schritt?
- 1
Gewinn ermitteln
Vom erzielten Umsatz alle zurechenbaren Kosten abziehen – Einkauf, Versand, Gebühren. Übrig bleibt der Gewinn, der durch die Investition entstanden ist.
- 2
Investitionskosten zusammenstellen
Alle Kosten der Maßnahme erfassen, auch versteckte: Werbebudget, Tools, Agentur- oder Arbeitszeit. Nur vollständige Kosten ergeben einen ehrlichen ROI.
- 3
Formel anwenden
(Gewinn − Investitionskosten) ÷ Investitionskosten. Das Ergebnis ist der ROI als Faktor.
- 4
In Prozent umrechnen
Den Faktor mit 100 multiplizieren. Aus 2,0 werden 200 % – jeder eingesetzte Euro bringt 2 € Gewinn zurück.
- 5
Zeitraum festlegen & vergleichen
Den ROI immer auf einen Zeitraum beziehen und mit Alternativen vergleichen. Ein ROI über sechs Monate ist anders zu bewerten als über drei Jahre.
Rechenbeispiel: Lohnt sich die Shop-Optimierung?
Das folgende Beispiel nutzt angenommene Zahlen, um die Rechnung greifbar zu machen:
ROI einer Conversion-Optimierung
Angenommen, eine Conversion-Optimierung kostet einmalig 3.000 € und bringt über sechs Monate 9.000 € zusätzlichen Gewinn.
- Zusätzlicher Gewinn (6 Monate)
- 9.000 €
- Investitionskosten
- 3.000 €
- Gewinn − Kosten
- 6.000 €
- ÷ Investitionskosten (3.000 €)
- = 2,0
Angenommene Beispielzahlen zur Veranschaulichung – keine garantierten Ergebnisse. Ein ROI von 200 % heißt: Jeder investierte Euro kommt als 2 € Gewinn zurück.
Was ist ein guter ROI? Einordnung statt Pauschalwert
Einen allgemeingültigen „guten“ ROI gibt es nicht – er hängt von Branche, Risiko und Zeitraum ab. Statt einer erfundenen Zahl hilft eine Einordnung an den richtigen Vergleichsmaßstäben:
So bewertest du deinen ROI
- Vergleiche mit Alternativen: Was hätte dasselbe Geld in einem anderen Kanal gebracht?
- Ein positiver ROI ist das Mindestziel, noch kein Erfolg – er muss die Alternativen schlagen.
- Höheres Risiko und kurzer Zeitraum verlangen einen höheren ROI als sichere Langfrist-Investitionen.
- Betrachte den ROI über mehrere Maßnahmen hinweg, nicht jede isoliert.
Häufige Fehler bei der ROI-Berechnung
Diese Fehler schönen den ROI
- Mit Umsatz statt Gewinn rechnen – der ROI wirkt dadurch viel zu hoch.
- Versteckte Kosten weglassen (Arbeitszeit, Tools, Gebühren).
- Den Zeitraum ignorieren – ohne ihn ist ein ROI-Wert nicht vergleichbar.
- Einmal-Effekte hochrechnen, als wären sie dauerhaft.
FAQ
Häufige Fragen zu ROI
Wie berechnet man den ROI?
ROI = (Gewinn − Investitionskosten) ÷ Investitionskosten, oft als Prozentwert. Beispiel: 2.000 € Gewinn aus 1.000 € Einsatz ergeben einen ROI von 100 %. Die Investition hat sich also verdoppelt.
Was ist ein guter ROI?
Ein ROI ist gut, wenn er deutlich positiv ist und über den Alternativen liegt. Ein fester Richtwert existiert nicht – entscheidend sind Branche, Risiko und Zeitraum. Wichtig ist, dass die Investition mehr bringt, als sie kostet und als andere Anlageformen.
Was bedeutet ein ROI von 100 %?
Ein ROI von 100 % bedeutet, dass die Investition genau das Doppelte des eingesetzten Kapitals als Gesamtwert zurückbringt – der Gewinn entspricht also den Kosten. Aus 1.000 € Einsatz werden 1.000 € Gewinn. Jeder weitere Prozentpunkt darüber ist zusätzlicher Ertrag.
Was ist der Unterschied zwischen ROI und ROAS?
Der ROAS betrachtet nur Umsatz im Verhältnis zu Werbeausgaben. Der ROI betrachtet den Gewinn im Verhältnis zu allen Kosten. Der ROAS ist also kampagnenbezogen, der ROI die gesamtwirtschaftliche Kennzahl – und damit die strengere.
Über welchen Zeitraum berechnet man den ROI?
Der ROI wird immer auf einen festen Zeitraum bezogen – etwa pro Kampagne, pro Quartal oder pro Jahr. Erst der Zeitraum macht ihn vergleichbar: Ein ROI von 50 % in einem Monat ist deutlich stärker als derselbe Wert über drei Jahre.
Gibt es eine Faustregel für einen guten Marketing-ROI?
Als grobe Orientierung gilt oft ein Verhältnis von 5:1 als stark, 3:1 als solide und 10:1 als herausragend, während unter 2:1 meist unrentabel ist. Wichtiger Haken: Diese „5:1“-Faustregel meint in der Praxis fast immer Umsatz zu Werbekosten – das ist näher am ROAS als am echten, gewinnbasierten ROI. Gewinnbasiert liegt der Wert deutlich niedriger. Außerdem hängt „gut“ stark von der Marge ab: Shops mit dünner Marge brauchen eher 6:1 oder mehr, um wirklich zu verdienen. Nimm die Faustregel also als Startpunkt, nicht als Zielwert.
Was ist der Unterschied zwischen ROI und ROMI?
Der ROI bewertet jede Art von Investition – Werbung, Shop-Technik oder ein neues Produkt – am Verhältnis von Gewinn zu allen eingesetzten Kosten. Der ROMI (Return on Marketing Investment) grenzt das gezielt auf das Marketing ein: Marketing-Gewinn geteilt durch Marketingkosten. ROMI beantwortet also „Wie wirtschaftlich ist mein Marketing?“, während der ROI die Gesamtbewertung über alle Bereiche liefert.
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